Veröffentlicht von Adrian Vogel · Lesedauer: ca. 8 Minuten · Stand: September 2026
Wenn du wissen willst, wie es um dein Vermögen steht, schaust du wahrscheinlich aufs Konto. Verständlich, und trotzdem der falsche Ort. Das Girokonto zeigt Liquidität, nicht Vermögen. Es zeigt nicht, was dein Haus wert ist, wie viel Restschuld darauf liegt, was die Sammlung im Schrank bedeutet oder wie viel von deiner monatlichen Rate Tilgung ist und wie viel Zins.
Statt das lange zu beschreiben, hier zuerst das Ergebnis, und zwar nicht als Screenshot, sondern als das Modul selbst. Was folgt, ist das echte Gesamtbild aus OWNAMIC, gerechnet über einen Beispielhaushalt. Die Regler sind aktiv: Zieh an der Inflation, wechsle den Zeitraum auf 20 oder 30 Jahre, trag ein Vermögensziel ein, klapp die Details auf. Alle Beispielzahlen im Artikel stammen aus genau dieser Rechnung.
Der Beispielhaushalt: 5.300 € Gehalt, 2.600 € Lebenshaltung, eine Eigentumswohnung für 320.000 €, ein Baudarlehen über 120.000 € zu 3,0 % mit 2.200 € Rate, dazu Konten, Depot, Krypto-Wallet, Auto, Hausrat und eine Sammlung. Beschreibung, keine Beratung.
Das Gesamtbild ist Teil von OWNAMIC — wie die Sachwerte hineinkommen, zeigt Vermögen im Blick.
Warum überhaupt so ein Modul? Die Deutsche Bundesbank erhebt alle drei Jahre, wie es um die Vermögen der privaten Haushalte steht. Die Zahlen aus der jüngsten Befragung (Erhebung 2023, veröffentlicht April 2025) sind ernüchternd und lehrreich zugleich: Das durchschnittliche Nettovermögen lag bei rund 324.800 Euro, der Median bei nur 103.200 Euro. Über 60 Prozent des gesamten privaten Nettovermögens steckt in Immobilien. Und obwohl die Vermögen nominal gestiegen sind, gingen sie inflationsbereinigt zwischen 2021 und 2023 zurück.¹
Drei Dinge folgen daraus. Vermögen liegt bei den meisten Haushalten in Dingen, nicht auf Konten. Was zählt, ist die Differenz aus Besitz und Schulden, nicht die Summe des Besitzes. Und eine Zahl, die nicht um die Inflation bereinigt ist, sagt über die Zukunft wenig aus. Genau deshalb gibt es in OWNAMIC das Gesamtbild.
Was eine Fortschreibung überhaupt braucht
Im Kern ist es eine einfache Rechnung, die jeden Monat wiederholt wird:
Nettovermögen im nächsten Monat = Nettovermögen heute + Überschuss des Monats + Tilgung des Monats ± Wertveränderung der Bestände
Der Teufel steckt in den Eingangsgrößen. Auf der einen Seite die Bestände: Konten, Depot und Bargeld, dazu Immobilie, Fahrzeuge, Hausrat und Sammlungen, die bei den meisten Haushalten den Großteil ausmachen und gleichzeitig am schwersten zu beziffern sind, und die Verbindlichkeiten mit Restschuld, Sollzins, Rate und Laufzeitende. Auf der anderen Seite die Flüsse: Einkommen, Fixkosten, variable Kosten und Sparpläne. Und dazwischen die Annahmen, die niemand kennt: Inflation, Einkommenswachstum, Wertentwicklung je Vermögensklasse, Zinsen nach der Zinsbindung. Wer eine dieser Größen weglässt, bekommt bei den meisten Rechnern trotzdem eine Kurve. Sie ist nur falsch, und meistens zu optimistisch.
Das Gesamtbild in OWNAMIC
Du findest es auf der Seite Meine Besitztümer unter dem Reiter Gesamtbild, gleich neben dem Reiter Geld, wenn du als Anlass Finanzen planen oder Das ganze Bild gewählt hast. Ein separates Eingabeformular für Einkommen und Ausgaben gibt es nicht. Das Gesamtbild liest alles aus dem, was du ohnehin in OWNAMIC dokumentiert hast: Gehalt und laufende Kosten als Services, das Darlehen als Hypothek, Käufe als Objekte, Sparpläne als wiederkehrende Kauf-Ereignisse. Was du im Gesamtbild selbst einstellst, sind nur die Annahmen.
Zuerst die Datengrundlage. Unter Details → Datengrundlage steht der Satz, der das Prinzip des ganzen Moduls beschreibt:
Worauf die Fortschreibung tatsächlich beruht. Jede nicht erfasste Art von Eingaben wird als Null gerechnet und macht die Kurve zu optimistisch.
Siehe auch: Digitale Inventarverwaltung – Ordnung, die im Ernstfall trägt und Hausratversicherung ohne Belege: was sie wirklich zahlt – wie die Objekte entstehen, auf denen diese Datengrundlage beruht.
Für den Haushalt oben sieht das so aus:
| Eingabe | Beispielhaushalt | Abdeckung |
|---|---|---|
| Einnahmen | 5.300 € / Monat | ✓ gesamter Zeitraum |
| Fixkosten | 2.600 € / Monat | ✓ gesamter Zeitraum |
| Variable Kosten | 619 € / Monat | ✓ aus 30 Käufen |
| Vermögen | 417.000 € | ✓ |
| Schulden | 2.200 € / Monat | ✓ bis Jahr 5 |
| Sparpläne | 200 € / Monat | ✓ gesamter Zeitraum |
Zwei Zeilen lohnen einen zweiten Blick. Fixkosten sind hier nur die 2.600 € Lebenshaltung; die Kreditrate steht bewusst in der eigenen Zeile Schulden, weil sie zum größeren Teil keine Kosten ist, sondern Tilgung. Und bis Jahr 5 bei den Schulden ist keine Lücke, sondern eine Aussage: Ab dann ist das Darlehen getilgt und die 2.200 € stehen dem Haushalt wieder zur Verfügung. Ein Warndreieck an einer Zeile wäre kein Fehler, sondern eine ehrliche Kennzeichnung: Entweder deckt die Eingabe nicht den ganzen Zeitraum ab, oder ein Durchschnitt beruht auf weniger als drei Käufen. Fehlen Einnahmen oder Fixkosten ganz, hält das Gesamtbild seine Zahlen zurück, und die Grafik bleibt grau, bis beides erfasst ist.
Dann die Annahmen. Am Kopf der Ansicht wählst du den Fortschreibungszeitraum, 10, 20 oder 30 Jahre, darunter liegen zwei Regler. Die Inflation steht in der Voreinstellung auf 2,0 %, und die Kurve zeigt künftige Euro, also nominale Werte. Zur Einordnung: Die Inflationsrate in Deutschland lag im August 2026 vorläufig bei 2,9 %, die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei 2,4 %.² Ob du mit 1,8 %, 2 % oder 3 % rechnest, ist eine Annahme, und genau deshalb ein Regler und keine feste Zahl. Das Einkommenswachstum steht ebenfalls auf 2,0 %, und darunter zeigt OWNAMIC die Größe, die eigentlich zählt: das reale Einkommenswachstum, in der Voreinstellung also 0,0 %. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Nominallöhne in Deutschland um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr, die Verbraucherpreise um 2,5 %, die Reallöhne also um 1,5 %.³ Das ist ein gutes Jahr. Wer mit 0,0 % real rechnet, rechnet vorsichtig.
Daneben steht optional ein Vermögensziel. Es ist das einzige Feld an dieser Stelle, das die Rechnung nicht anfasst: Die Kurve bewegt sich dadurch um keinen Euro. Es wird nur als waagerechte gestrichelte Linie gezeichnet, und wo die Kurve sie schneidet, sitzt ein Sternchen, von dem eine Senkrechte auf die Zeitachse führt.
Die variablen Kosten kommen aus deiner Kaufhistorie statt aus dem Bauch. Die meisten Menschen wissen ihre Miete auf den Euro genau, schätzen ihre variablen Ausgaben aber systematisch zu niedrig. OWNAMIC leitet sie aus deinen Käufen und vergangenen Einmalausgaben ab, je Kategorie mit einstellbarem Zeitfenster und Mittelwert. Für Fahrzeuge sind 84 Monate voreingestellt, weil ein Auto in Deutschland im Schnitt etwa sieben Jahre in privater Hand bleibt; für Verbrauchsgüter reichen 6 Monate. Im Beispiel ergibt das ≈ 191 € für Verbrauchsgüter, ≈ 291 € für Fahrzeuge und ≈ 137 € für Haushalt & Elektronik, zusammen die 619 € aus der Datengrundlage. Jeden Wert kannst du überschreiben; dann ist er deine Aussage, nicht die des Algorithmus. Bei langlebigen Gütern schreibt OWNAMIC außerdem einen werthaltigen Anteil als Vermögen gut: Fahrzeuge 50 %, Sammlerstücke 90 %, Haushalt & Elektronik 25 %. Ein Auto behält Wiederverkaufswert, Lebensmittel nicht. Die laufenden Kosten des Besitzens, also Reparaturen, Wartung, Kraftstoff, sind noch nicht enthalten, und das Gesamtbild sagt das an dieser Stelle auch.
Die Wertentwicklung je Vermögensklasse ist der Ort, an dem die meisten Finanzrechner die Zahlen schönen. OWNAMIC macht das Gegenteil:
Die Fortschreibung unterstellt keiner Klasse Gewinn oder Verlust: 0 % pro Jahr (Immobilien und Sammlerstücke folgen zusätzlich dem Preisniveau).
Null heißt null. Kein Depot wächst automatisch mit 7 %, kein Auto verliert automatisch 15 %. Wenn du eine Wertsteigerung unterstellen willst, wählst du Eigener Wert und tippst einen Jahressatz zwischen −50 % und +50 % ein, und machst damit eine Annahme, die du selbst verantwortest. Immobilien und Sammlerstücke folgen dem Preisniveau. Das ist keine Annahme über eine Wertsteigerung, sondern die Konsequenz der Inflationseinstellung: Wenn alle Preise um 2,0 % steigen, steigt auch der nominale Wert eines Sachwerts, ohne dass er real mehr wert wäre. Geldwerte, Finanzanlagen, digitale Werte, Fahrzeuge und Hausrat bleiben dagegen nominal flach. Erspartes verliert dadurch still an Kaufkraft, während eine feste Schuld leichter wird.
Siehe auch: Wertverfall ohne Papiere – warum Nachweise über den Preis entscheiden.
Was deine eigenen Objekte an Entwicklung zeigen, steht in der Spalte Aus deiner Historie (nur Anzeige) daneben. Im Beispiel sind das rund +4,5 %/Jahr bei den Finanzanlagen, weil das Depot vor fünf Jahren mit 9.000 € eröffnet wurde und heute mit 11.200 € bewertet ist. Diese Zahl fließt nicht automatisch ein. Fünf gute Jahre sind kein Beweis dafür, dass die nächsten zehn genauso laufen.
Das Darlehen ist für die meisten Haushalte der größte Einzelposten. Du trägst an der Hypothek Darlehenssumme, Sollzins, Rate sowie Start- und Enddatum ein, den Rest rechnet OWNAMIC: Im Beispiel sind von der ersten 2.200-€-Rate 300 € Zins und 1.900 € Tilgung, nach vier Jahren ist es fast nur noch Tilgung, und über die gesamte Laufzeit zahlt der Haushalt rund 9.000 € Zinsen auf die 120.000 €. Sondertilgungen legst du als Ereignis am Darlehen an. Der Beispielhaushalt ist der angenehme Fall: Das Darlehen ist innerhalb des Horizonts getilgt, und genau deshalb kippt die Kurve ab Jahr fünf sichtbar nach oben.
Der unangenehme Fall ist häufiger. Endet die Laufzeit, bevor das Darlehen getilgt ist, friert das Gesamtbild die Restschuld ab dem Enddatum ein und markiert das sichtbar als Anschlussfinanzierung offen – angenommen. Was nach der Zinsbindung passiert, weiß heute niemand: Wer 2016 zu 1,5 % finanziert hat, sieht heute Bauzinsen von rund 3,7 bis 4,2 % effektiv für zehn Jahre Zinsbindung.⁴ Du siehst so auf einen Blick, wann der Punkt kommt und wie hoch die Summe ist, für die du dann eine Lösung brauchst. Nützlich zu wissen: Nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB kann ein Darlehen mit gebundenem Sollzins zehn Jahre nach vollständigem Empfang mit sechs Monaten Frist gekündigt werden, ohne Vorfälligkeitsentschädigung, auch wenn die vereinbarte Zinsbindung länger läuft.⁵ Maßgeblich ist der Tag der vollständigen Auszahlung, der im Vertrag oder auf dem Kontoauszug steht.
Das Ergebnis lesen
Oben in der Ansicht liegt die Grafik mit zwei Linien: durchgezogen das Nettovermögen, gestrichelt die Restschuld. Darüber die eine Zahl, die alles zusammenfasst: Bei unveränderten Eingaben wüchse das Nettovermögen in 10 J. um: +363.801 €, von rund 297 Tsd. heute auf rund 661 Tsd. in zehn Jahren. Der blassgrüne Streifen um die Linie ist der Wertkorridor.
Unter Details stehen die Kacheln, die du wirklich lesen solltest. Nettovermögen heute: 297.000 €, also 417.000 € Vermögen abzüglich 120.000 € Restschuld. Diese Zahl steht in keiner Banking-App, weil keine Banking-App die Immobilie, die Sammlung und den Hausrat kennt. Der Korridor 10 J. mit dem Satz von – bis, keine Zusage und der wichtigsten Zeile der ganzen Ansicht: dem Endwert in heutiger Kaufkraft. Und Kumuliert 10 J., die Summe aller Jahresüberschüsse, mit der interessantesten Beobachtung des ganzen Artikels: Die ersten Jahre sind rot. 5.300 € Einnahmen gegen 2.600 € Lebenshaltung, 619 € variable Kosten, 2.200 € Rate und 200 € Sparrate ergeben ein kleines monatliches Minus, und der Haushalt zehrt von seinen 25.000 € auf Tagesgeld und Depot. Trotzdem steigt das Nettovermögen, weil der weitaus größte Teil der Rate keine Kosten ist, sondern Tilgung. Ab Jahr fünf, wenn das Darlehen weg ist, werden die Balken grün und deutlich.
Mit gesetztem Ziel kommt eine Kachel dazu, die nichts rechnet, sondern zurückliest, wie lange es dauern könnte. Bewusst als Spanne von Jahren, nicht als Datum: Der optimistische Rand des Korridors liefert die frühe Zahl, der untere die späte. Trag beim Beispielhaushalt 500.000 € ein und du bekommst so eine Spanne. Trag eine Million ein und du liest, dass das Ziel in zehn Jahren nicht erreichbar scheint, auch nicht am oberen Rand. Beides ist eine brauchbare Antwort, und keine der beiden ist eine Zusage.
Wenn du es exakt wissen willst, klappst du ganz unten So wird diese Grafik berechnet – alle Formeln auf. Dort steht die Rechnung offen, bis hin zur Formel des Korridors: ein Band von rund 80 % Wahrscheinlichkeit, in dem KI-geschätzte Werte mit ±25 % Unsicherheit und laufende Ausgaben mit ±15 % Schwankung pro Monat eingehen.
Wofür das Gesamtbild eigentlich da ist
Eine Kurve über zehn Jahre ist nett anzuschauen. Wirklich wertvoll wird sie in dem Moment, in dem du vor einer Entscheidung stehst, die sich nicht rückgängig machen lässt, und bei der die meisten Menschen auf ihr Bauchgefühl angewiesen sind, weil sie die Zahlen nicht beisammen haben.
Nachwuchs. Ein Kind verändert beide Seiten der Rechnung gleichzeitig: Das Einkommen sinkt für eine Weile, die variablen Kosten steigen dauerhaft. Im Gesamtbild spielst du das durch, bevor es passiert: dem Gehalt ein Enddatum geben, ein reduziertes Einkommen mit Start und Ende anlegen, die variablen Kosten in den betroffenen Kategorien anheben, den Sparplan pausieren, und dann schauen, ob die Balken im Überschuss-Diagramm grün bleiben. Beim Beispielhaushalt, der ohnehin knapp kalkuliert ist, wäre die Frage nicht das rote Jahr, sondern ob die 25.000 € auf dem Tagesgeld bis Jahr fünf reichen.
Frührente oder Teilzeit. „Kann ich mit 60 aufhören?" ist im Kern eine Frage nach dem Verhältnis von Beständen zu Flüssen. Zeitraum auf 20 oder 30 Jahre, das Gehalt mit Enddatum im gewünschten Jahr, danach eine Renteneinnahme auf dem reduzierten Niveau, und die Kurve zeigt, ob das Nettovermögen ab diesem Punkt weiter wächst, stagniert oder abgebaut wird. Hat ein Gehalt über 20 oder 30 Jahre kein Enddatum, weist das Gesamtbild sogar darauf hin, dass die meisten Menschen in dieser Zeit in Rente gehen. Probier es oben ruhig aus. Und es zeigt das Ergebnis in heutiger Kaufkraft, was bei 25 Jahren den Unterschied zwischen einer beruhigenden und einer irreführenden Zahl ausmacht.
Sabbatical oder Selbstständigkeit. Ein Jahr ohne Gehalt ist keine Katastrophe, wenn man weiß, aus welchem Topf es bezahlt wird. Ein Defizit wird aus den Geldwerten entnommen, und in der Ansicht Kategorien siehst du, wie weit Konten und Depot dabei abschmelzen. Warnen, wenn sie aufgebraucht wären, tut die Fortschreibung nicht; das liest du an der Kurve selbst ab. Wäre ein Verkauf aus der Sammlung nötig, legst du ihn als geplantes Verkaufs-Ereignis an. So siehst du, was das Jahr am Ende kostet: nicht nur den Verdienst, sondern auch die ausgefallene Tilgung und den ausgefallenen Sparplan.
Siehe auch: Warum das Aufschreiben von Fortschritt beim Erreichen von Zielen hilft – die Forschung hinter dem Vermögensziel.
In allen drei Fällen änderst du nicht das Modell, sondern deine Eingaben. Was du an den Reglern einstellst, speichert OWNAMIC automatisch als dein Szenario; Szenario laden holt diesen Stand zurück, wenn du nach dem Herumschieben wieder von der gespeicherten Ausgangslage aus schauen willst. Die Antwort ist dann keine Zahl mit Zusage, sondern ein Vergleich von Kurven unter Annahmen, die du selbst gesetzt hast. Der Unterschied zwischen einer Entscheidung aus dem Bauch und einer informierten Entscheidung ist selten, dass die zweite anders ausfällt. Er ist, dass du hinterher weißt, warum du sie so getroffen hast.
Was das Gesamtbild bewusst nicht ist
Das Gesamtbild ist kein Finanzplan, keine Anlageempfehlung und keine Prognose. Es ist eine deterministische Fortschreibung deiner eigenen Daten unter Annahmen, die du selbst setzt und die sichtbar bleiben. Die Kacheln sagen Bei unveränderten Eingaben ergäbe sich, nicht du wirst haben, und das Vermögensziel steht im Konjunktiv und als Spanne, weil ein Ziel kein Termin ist, den eine Software vergeben kann. Abgeleitete Kosten tragen das Wort abgeleitet, die eingefrorene Restschuld das Wort angenommen. Du weißt immer, welcher Teil der Kurve auf deiner Dokumentation beruht und welcher auf einer Setzung. Unter der Ansicht steht es noch einmal: Beschreibung, keine Beratung · Schätzwerte.
Und die Rechnung läuft im Code, nicht im Sprachmodell. OWNY, der KI-Assistent in OWNAMIC, ist an dieser Berechnung nicht beteiligt. Jede Zahl im Gesamtbild entsteht aus nachvollziehbaren Formeln über die hinterlegten Daten, und zweimal dieselben Eingaben ergeben zweimal dieselbe Kurve. Gespeichert werden dabei nur deine Annahmen – verschlüsselt –, nie das berechnete Ergebnis; die Kurve entsteht bei jedem Aufruf neu.
Was das Gesamtbild derzeit nicht abbildet, steht so auch in der Ansicht selbst: Kursschwankungen von Wertpapieren und Krypto, die Restschuld von Ratenkrediten (nur deren Raten zählen), die laufenden Kosten des Besitzens wie Reparaturen, Wartung und Kraftstoff, Steuern und Kapitalerträge sowie offene Buchungen im Buchungs-Posteingang. Und es warnt nicht, wenn die Geldwerte in einem Defizitjahr aufgebraucht wären. Es beschreibt, es berät nicht.
Welche Annahmen in die Kurve eingehen und woher die Zahlen stammen, steht unten unter Transparenz.
In welcher Reihenfolge du am besten vorgehst
Arbeite von den harten zu den weichen Zahlen. Zuerst das Darlehen, denn Darlehenssumme, Sollzins, Rate und Laufzeit stehen im Vertrag. Dann Einkommen und Fixkosten, ohne die das Gesamtbild seine Zahlen zurückhält. Dann die Sparpläne, damit die 200 € oder 500 €, die monatlich ins Depot gehen, nicht als Ausgabe zählen, sondern als Umschichtung. Dann die Vermögenswerte, vor allem die illiquiden: die Immobilie mit einer nachvollziehbaren Bewertung, die Sammlung mit dokumentierten Objekten, der Hausrat zumindest grob. Hier liegt bei den meisten Haushalten die größte Lücke und der größte Teil des Vermögens; im Beispiel oben sind es 320.000 € von 417.000 €, die auf keinem Konto liegen. Danach die variablen Kosten kontrollieren, und erst dann die Regler, ruhig einmal bewusst vorsichtig und einmal bewusst optimistisch. Zuletzt, wenn du magst, ein Ziel. Eine Ziellinie über einer Kurve, deren Vermögenswerte noch zur Hälfte fehlen, sagt nur, wie unvollständig die Daten sind. Über einer vollständigen sagt sie, wie weit du bist.
Ein Kompass, kein Navi
OWNAMIC nennt sich Dein Kompass für Wert und Ordnung, und das Gesamtbild ist der Teil davon, der am ehesten wie einer funktioniert. Ein Kompass sagt dir, wo Norden ist. Er sagt dir nicht, ob du dorthin willst, welchen Weg du nimmst oder wie lange du brauchst. Er kennt weder das Gelände noch das Wetter, und er hat keine Meinung.
Genau so ist das Gesamtbild gebaut. Es zeigt dir, in welche Richtung sich dein Vermögen bewegt, wenn alles bleibt, wie es ist, und in welche, wenn du eine Eingabe änderst. Ob du daraufhin die Tilgung erhöhst, das Sabbatical nimmst oder das Kinderzimmer einrichtest, entscheidet niemand für dich. Auch kein Algorithmus. Der Kompass zeigt in eine Richtung. Den Weg musst du selbst gehen. Aber du gehst ihn nicht mehr blind.
Transparenz
Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus einem Beispielhaushalt in OWNAMIC und dienen der Illustration – es ist derselbe Haushalt, den die Grafik am Anfang rechnet, und dieselbe Rechnung, die auch der Startseite zugrunde liegt. Ich bin Gründer und Entwickler von OWNAMIC; dieser Artikel beschreibt das Produkt aus dieser Perspektive. Er ersetzt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle im Gesamtbild gezeigten Werte sind Fortschreibungen unter Annahmen, keine Vorhersagen.
Quellen
- Deutsche Bundesbank: Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023, Monatsbericht April 2025. Pressemitteilung: https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/bundesbank-studie-vermoegen-in-deutschland-steigen-nominal-gehen-aber-real-zurueck-ungleichheit-bleibt-unveraendert-954622 · Aufsatz: https://publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/berichte-studien/monatsberichte/monatsbericht-april-2025-954594?article=vermoegen-und-finanzen-privater-haushalte-in-deutschland-ergebnisse-der-vermoegensbefragung-2023--954598
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im August 2026 voraussichtlich +2,9 %, Pressemitteilung Nr. 311 vom 31.08.2026 (vorläufig; endgültige Ergebnisse am 10.09.2026). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_311_611.html
- Statistisches Bundesamt: Reallöhne im 2. Quartal 2026 um 1,5 % höher als im Vorjahresquartal, Pressemitteilung Nr. 308, August 2026. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_308_62321.html
- Marktübersichten zu Bauzinsen bei 10-jähriger Zinsbindung, Stand Anfang September 2026: Dr. Klein (https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html), Vergleich.de (https://www.vergleich.de/aktuelle-bauzinsen.html), Baufi24 (https://www.baufi24.de/bauzinsen/). Spannen je nach Beleihungsauslauf und Bonität.
- § 489 BGB, Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers. Erläuterung z. B. bei Capitalo (https://www.capitalo.de/baufinanzierung/anschlussfinanzierung) und Dr. Klein (https://www.drklein.de/sonderkuendigungsrecht-baufinanzierung.html).